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18.02.12

Vielfältige Gärten mit Flair...

...finden sich am 6 Hektar grossen Gelände der Berufsschule für Gärtner und Floristen in Wien Kagran. Sie sind praktischer Übungs- und Anschauungsort für deren Schülerinnen und Schüler.

Besonders reizvoll sind die Themengärten angelegt (siehe Plan). Viele schmiegen sich in kleine Lichtungen der Gehölzgruppen rund um die grosse Wiese gleich neben der U-Bahn Station, andere liegen vor der alten Orangerie vis a vis dem neuen Schulgebäude. Am Ende des Geländes wurden, hinter den Arbeitsbereichen, in den letzten Jahren neue Themengärten angelegt. Alle illustrieren verschiedene Zugänge zu Gartenbau und Gartengestaltung.
Begleiten Sie mich auf einem Rundgang?

Vom Eingang geht's durch eine Pergola, die verschiedene Säulenkonstruktionen zeigt, an Leherbs Mosaik 'Blumengöttin Flora und Gärtnergott Vertumnus' aus dem Jahr 1960 vorbei Richtung grosser Wiese.


Wir erreichen durch die alten Bäume den Impressionistischen Schattengarten. Vorhandene Elemente wie Teich, alte Trauerweide und Blutbuche wurden in Anlehnung an Monets Wassergarten in Giverny in die Gestaltung integriert. Vermittelt wird in diesem Bereich übrigens die Verwendung von Schattenstauden und Farbkompositionen.








Hier befindet sich auch das ausgesprochen einladende Freiluftklassenzimmer mit Bänken und Tisch im klassischen Givernyblau.






Für Wien, der Stadt, der ein leichter Hang zur Morbidität nachgesagt wird, sehr passend gibt es weiter den Weg entlang einen Musterfriedhof.  Dessen Eingang lehnt sich in der Optik an alte Anlagen, wie den St. Marxer Friedhof an.



 


Im Bogen am Südostende der grossen Wiese geht es durch einen der jetzt so aktuellen Präriegärten wieder Richtung Schulgebäude.
Am Weg können wir einen Blick auf den Shakespeare Garten werfen, mit zu seiner Zeit üblichen Pflanzen und Zitaten, in denen er diese erwähnt hat.






Über den Pannonischen Bauerngarten mit betreuten Bienenstöcken und, leider nicht funktionstüchtigem, Taubenhaus geht es in den Bereich zwischen dem alten Schulgebäude (der früheren Orangerie) und dem Neubau.






Sehr auffallend ist hier der Pavillon der Weltausstellung 1883. Er wurde Ende der 1990er Jahre von einer Privatperson der Stadt Wien überlassen, damit sein rasanter Verfall gestoppt werden konnte. Nach der Restaurierung wurde der Bau im Schulgarten aufgestellt und ist seither beliebte Fotolokation für Hochzeitsfotos.



Im Moment lasse ich die Orangerie noch links, genauer eigentlich rechts, liegen und wende mich dem Asiagarten zu, der die einige Gestaltungselemente ostasiatischer Gärten, vor allem aber ihre  Pflanzenwelt zeigen soll. Zu sehen z.B. sind Quellstein und Steinlaterne.




Mit Steinen geht es weiter, aus diesen wurde einige Schritte weiter eine Kräuterspirale der Extraklasse (die sicher gross genug ist, dass sich die Pflanzen sehr gut entwickeln können) gebaut. An ihr vorbei geht es dann in die jüngeren Gartenteile.






 
Von zwei dieser Gärten habe ich Bilder mitgebracht, erstens vom Steirischen Beerengarten, komplett mit Klapotetz (=windbetriebenes Klapperrad, das im Weingarten Vögel verscheuchen soll) ....






.... und zweitens vom Goethegarten, der als Verneigung vor des Dichters Faszination mit diesem urtümlichen Baum ("Dieses Baumes Blatt, der von Osten meinem Garten anvertraut, gibt geheimen Sinn zu kosten, wie's den Wissenden erbaut."), mit Ginkgo-Sorten gestaltet ist. Auf diesem Foto aus dem Jahr 2009 sind sie noch relativ klein, ihre Präsenz wird seither wohl stärker geworden sein.



Am Weg zurück zum Ausgang ist die Orangerie unser letztes Ziel....











.... vor der sich ein farbenfroher griechischer Garten befindet, in dem die Holzelemente im klassischen Blau der Ägäis gestrichen sind.

In dem reizenden Jugenstilbau aus dem Jahr 1912, befindet sich seit 2003 das Gartenbaumuseum (und die Oesterreichische Gartenbaugesellschaft  sowie der Österreichische amtliche Pflanzenschutzdienst).

Im Gartenbaumusem wird auch die Sammlung des Blumenbindermuseum gezeigt - vom Biedermeiersträusschenhalter über sehr unbequem wirkende Blechstiefel oder alten Seidenblumen aus dem 19. Jhdt bis zum vollständigen alten Blumengeschäft spannt sich der Bogen der Exponate.

 Mein Fazit: der Garten ist spannend und abwechslungsreich und liefert Ideen, daher unbedingt einen Besuch wert.


fröhliches Garteln!


Weitere Bilder sind hier im Flickrset zum garten zu finden.

Schulgarten Kagran
Der Garten liegt direkt an der U1 Station Kagran.
Adresse: Donizettiweg 29, 1220 Wien. 

Geöffnet April bis Oktober jeden ersten Donnerstag im Monat von 10 bis 18 Uhr.
Eintritt frei

Plan vom Garten
googlemap

eine Liste der Themengärten findet sich hier und zu den Kunst- und Bauwerken hier.

Kommentare:

  1. Die Kräuterspirale gefällt mir am besten - und der Pavillon ist ein echter Hingucker.
    Schöne Bilder!
    VG
    Elke

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  2. @Elke, ich bin anfang der woche auf dem weg zu einem termin an der berufsschule kurz durch garten gegangen, und kann bestätigen - das teil i s t ein hingucker.

    @Amelie, 'wild' bepflanzen holt nach meiner erfahrung unweigerlich vielfältiges leben in den garten. Hast dann immer was zum schauen oder hören.

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  3. Wundervolle Eindrücke....schöne Zeit dir...Lieben Gruß Erwin

    http://e-schriefer.blogspot.de/

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  4. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

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Die Bloggerin

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  • gärtnerin ... alles bio und natürlich und wild, ohne herbi-, fungi- und sonstige -zid erfahrungen ... daher voller Leben und Stimmen und Gerüche
  • weiterverwenderin von altem oder entsorgtem (auch im garten) und von gestaltung und design (fast) so begeistert wie vom gärtnern.
  • garten- und pflanzenfotografin (Getty Images Contributor)
  • berufung als gartentrainer andere mit begeisterung für's garteln anstecken und unterstützen.