Einen Magen-Darm-Bitter á la Ratzeputz...

... mit den bei uns im Garten wachsenden Käutern ansetzen, war mein Gedanke, nachdem sich der mir von einem Studienkollegen aus Norddeutschland geschenkte bei Unpässlichkeiten des Verdauungstrakts sehr bewährt hatte. Ich habe mich (es war Mitte der 90er) bei Apotheker Pahlow schlau gemacht, welche unserer Gartenkräuter auf die Verdauungsorgane wirken. Mittlerweile nutze ich auch das Netz für Infos, vor allem Plants for a Future.

Hier also meine Variante des Kräuterbitter Ansetzens (die Zusammensetzung der Kräuter variiert naturgemäss von Garten zu Garten je nach vorhandenem):

Wildkräuter aus unserem Kräuterrasen* (nach vielen Jahren extensiver Pflege - mähen, sonst nichts - ist er bald mehr Medizinal- als Kräuter- oder Blumenrasen). Die heimischen Wildkräuter ergänze ich mit den klassischen, oft mediterranen, Küchenkräutern, die ebenfalls auf den Magen-Darm-Bereich positiv wirken.


Nicht im Garten wachsen Kümmel, Fenchel, Anis und Koriander, die habe ich aber eh immer im Haus.

Am wichtigsten ist allerdings der Ingwer: ein gut fingerlanges Stück in feine Scheiben geschnitten (raspeln oder mörsen tät' auch gehen). Alternativ verwende ich gemahlenen Ingwer, wie auf dem siehe Mokkalöffel gezeigt. Galgant und Sternanis hab ich auch immer zu Hause, und wirken auch auf den M.-D. Bereich.

Der hier nur gemalte Enzian wäre eine passende Pflanze für den Magen-Darm-Schnaps und bei wem er gedeiht, könnte ein Stück Wurzel in den Ansatz hüpfen. Bei uns ist der Boden zu kalkhaltig, daher ist es nix mit Enzian.


Die grünen Zutaten zerrupfe ich grob und/oder quetsche sie ein wenig, damit die Aromen bzw. Wirkstoffe besser frei werden (im Bild Walnussblätter)
die trockenen zerstosse ich etwas im Mörser.
Alles kommt in ein grosses Einmachglas, darauf der Alkohol, er soll die grünen Zutaten bedecken. Ich nehme was da ist, sei es Obstler, den wir geschenkt bekommen haben oder 96% Weingeist vom örtlichen Drogisten, den ich dementsprechend verdünne (auf 30-30%). Die Mengen sind für ca. 1l Flüssigkeit fertige gerechnet.


Nach dem obligatorischen Schütteln 
kommt der Ansatz auf das Fensterbrett, wo ich ihn vergesse (na ja, hin und wieder wird geschüttelt). Passende Kräuteln oder Stängeln, die beim Kochen überbleiben (z.B. vom Rosmarin) kommen zum Ansatz.

Nicht vor Spätherbst, meist erst in Winter, ziehe ich den Schnaps ab. 2007 war ich das Kramen nach dem Rezept leid, ich habe den Dremel hervorgekramt und die Namen der Kräuter auf der Schnapsflasche eingraviert. So sind sie schnell parat. Das Jahr weiss ich so genau, weil ich auf der Flasche auch eingraviere wann ich Schnaps angesetzt habe.
Da ich meinen Bittter (er wirkt übrigens!) selten benötige, verschenke ich gerne das eine oder andere Fläschchen. Zu meinem Erstaunen trinken viele den Schnaps 'nur so' - was ich zwar geschmeichelt als 'thumbs up' werte, aber so gut wie nie nachahme ;). Selbst nach mehreren Jahren Lagerzeit ist er nämlich auf Grund der grünen Zutaten eher rass.


beruhigende Grüsse


*es gibt Fertigmischungen für Ungeduldige. Geduldige schauen, was von selbst wächst, wenn Düngung, Aerifizieren, Vertikutieren und wöchentliche Schur etc. etc. eingestellt werden. Das ist im Laufe der Jahre erstaunlich viel und den jeweiligen Standortbedingungen angepasst. Ergänzungen nach Bedarf sind, eh klar, möglich, so die Standortbedingungen beachtet werden ;). Sonst sind Pflegearbeiten vorprogrammiert.

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